Ich erinnere mich noMentoring: Was ein gutes Team wirklich zusammenhält
Ich erinnere mich noch genau an meine ersten Wochen im Team, unsicher, mit tausend Fragen, und mit der ständigen Angst, alles falsch zu machen. Was mir damals am meisten geholfen hat, war nicht ein perfektes Schulungsvideo oder eine App, sondern ein Mensch, der sich für mich Zeit genommen hat. Genau darum soll es in diesem Artikel gehen: Mentoring, und warum es für mich der eigentliche Kitt ist, der ein Team zusammenhält.
Wie bei den vorherigen Artikeln auch hier mein ehrlicher Hinweis: Gutes Mentoring garantiert keinen bestimmten Erfolg, weder für dich noch für die Menschen, die du begleitest. Es erhöht aber deutlich die Wahrscheinlichkeit, dass Menschen langfristig dabeibleiben und sich wohlfühlen, und genau das ist meiner Meinung nach der eigentliche Wert.
Der Pain Point: Alleingelassen fühlen im eigenen Business
Viele, die neu in ein Team einsteigen, erzählen mir von genau diesem Gefühl: viele Informationen, viele Möglichkeiten, aber niemand, der wirklich an die Hand nimmt. Das führt oft dazu, dass Menschen schon nach wenigen Wochen wieder aufgeben, nicht weil das Produkt oder das Business nicht zu ihnen gepasst hätte, sondern weil sie sich mit ihren Fragen und Unsicherheiten allein gelassen fühlten.
Was gutes Mentoring für mich bedeutet
Mentoring ist für mich weit mehr als Wissen weiterzugeben. Es bedeutet, jemandem regelmäßig zuzuhören, Fragen zu beantworten, auch die vermeintlich dummen, und ehrlich Rückmeldung zu geben, wenn etwas nicht funktioniert. Es bedeutet auch, selbst verletzlich zu sein und von eigenen Fehlern zu erzählen, statt immer nur die Erfolgsgeschichte zu präsentieren.
Die drei Säulen meines Mentoring- Ansatzes
Regelmäßigkeit statt Zufall. Ich hab mit jeder neuen Person in meinem Team feste, wiederkehrende Gesprächstermine, egal wie kurz. Das gibt beiden Seiten Struktur und zeigt: Du bist mir wichtig genug für einen festen Platz in meinem Kalender.
Fragen statt Antworten diktieren. Statt jemandem einfach zu sagen, was er tun soll, frage ich lieber, was die Person selbst denkt oder ausprobieren möchte. So entwickeln Menschen viel schneller ihre eigene Sicherheit, statt sich dauerhaft auf mich zu verlassen.
Ehrlichkeit über Beschönigung. Wenn etwas nicht gut läuft, sage ich das offen, aber wertschätzend. Ein Mentoring, das nur Positives spiegelt, hilft niemandem wirklich weiter.
WTF-Fakt zum Scrollen-Stoppen: Wusstest du, dass in vielen Studien zu Mentoring-Programmen die wichtigste Eigenschaft eines guten Mentors nicht das Fachwissen ist, sondern die Fähigkeit, wirklich zuzuhören? Das glaubt mir keiner, aber genau diese simple Fähigkeit unterschätzen die meisten von uns komplett.
Wie ich neue Team-Mitglieder in den ersten Wochen begleite
In der ersten Woche geht es bei mir vor allem darum, anzukommen, Fragen zu klären, und keinen Druck aufzubauen. In der zweiten und dritten Woche schauen wir gemeinsam, welche ersten kleinen Schritte für die jeweilige Person realistisch sind, ganz individuell, je nach Zeit und Vorerfahrung. Danach begleite ich weiter in regelmäßigen, aber weniger engmaschigen Abständen, immer mit dem Ziel, dass die Person mit der Zeit selbstständiger wird, statt dauerhaft von mir abhängig zu bleiben.
Warum ich selbst auch heute noch einen Mentor habe
Auch wenn ich mittlerweile selbst andere begleite, hab ich weiterhin jemanden, der mich unterstützt und mir Feedback gibt. Ich glaube fest daran, dass niemand irgendwann “fertig ausgelernt” ist. Diese Haltung nehme ich auch mit in mein eigenes Team, dort geht es nie darum, perfekt zu sein, sondern immer weiter dazuzulernen, gemeinsam.
Häufige Mentoring-Fehler, die ich selbst gemacht habe
Am Anfang hab ich versucht, jeder einzelnen Person in meinem Team exakt die gleiche Unterstützung zu geben, unabhängig von ihren individuellen Bedürfnissen. Das hat nicht funktioniert, weil manche Menschen viel Begleitung brauchen und andere eher selbstständig arbeiten wollen. Mittlerweile passe ich mein Mentoring viel stärker an die jeweilige Person an, statt ein starres Programm für alle durchzuziehen.
Ein zweiter Fehler war, zu schnell Lösungen anzubieten, statt der Person Raum zu geben, selbst eine Lösung zu finden. Das mag zwar schneller wirken, führt aber langfristig dazu, dass Menschen sich weniger sicher und selbstständig fühlen.
Q&A: Deine Fragen zum Thema Mentoring im Team
Wie finde ich die Zeit, mehrere Menschen gleichzeitig zu mentorn?
Priorisiere die Menschen, die aktiv Engagement zeigen, ohne dabei die anderen komplett zu vernachlässigen. Eine kurze, regelmäßige Nachricht kann manchmal schon genug Wertschätzung vermitteln, auch wenn du nicht stundenlang Zeit hast.
Was mache ich, wenn jemand in meinem Team trotz Unterstützung nicht vorankommt?
Sprich das offen und wertschätzend an. Manchmal liegt es an äußeren Lebensumständen, manchmal passt der Weg gerade einfach nicht zur aktuellen Lebensphase, und das ist völlig okay. Nicht jeder muss und wird dauerhaft dabeibleiben.
Muss ich selbst schon sehr erfolgreich sein, um andere zu mentorn?
Nein, überhaupt nicht. Oft sind es gerade die Menschen, die selbst noch relativ neu sind, die am besten verstehen, wie sich der Anfang anfühlt, und die deshalb besonders einfühlsam begleiten können.
Wie gehe ich damit um, wenn ein Mentoring-Verhältnis nicht funktioniert?
Sprich es ehrlich an und sucht gemeinsam nach einer Lösung, zum Beispiel einer anderen Ansprechperson im Team. Nicht jede Mentoring-Beziehung passt automatisch, und das ist kein persönliches Versagen.
Wie oft sollte ich mich mit meinem eigenen Mentor austauschen?
Das hängt ganz von deinen Bedürfnissen ab. Manche tauschen sich wöchentlich aus, andere monatlich. Wichtig ist, dass der Rhythmus zu deinem Alltag passt und sich nicht wie eine zusätzliche Verpflichtung anfühlt.
Wie ich unterschiedliche Mentoring- Bedürfnisse erkenne
Nicht jedes neue Team-Mitglied braucht die gleiche Art von Unterstützung, und diese Erkenntnis hat mein Mentoring grundlegend verändert. Manche Menschen kommen mit vielen Fragen und brauchen viel Struktur und Anleitung, während andere von Anfang an lieber selbstständig ausprobieren und nur bei konkreten Hürden nachfragen. Am Anfang meines eigenen Weges als Mentorin hab ich versucht, alle Menschen gleich zu begleiten, was für die einen zu viel und für die anderen zu wenig war.
Mittlerweile frage ich neue Team-Mitglieder in den ersten Gesprächen ganz offen, welche Art der Unterstützung sie sich wünschen, viel Begleitung oder eher punktuelle Hilfe bei Bedarf. Diese einfache Frage hat meine Beziehungen zu meinem Team deutlich verbessert, weil sich jeder auf seine eigene, passende Art begleitet fühlt.
Der Unterschied zwischen Motivation von außen und innerer Motivation
Ein Muster, das ich über die Jahre beobachtet habe: Menschen, die nur durch äußere Motivation, etwa durch ständiges Nachhaken meinerseits, aktiv bleiben, geben meistens irgendwann auf, sobald diese äußere Motivation wegfällt. Menschen, die dagegen aus einer echten inneren Motivation heraus handeln, bleiben auch dann dabei, wenn es mal schwieriger wird oder ich selbst weniger Zeit für intensive Begleitung habe.
Genau deshalb versuche ich in meinem Mentoring, weniger auf kurzfristigen Antrieb von außen zu setzen und stattdessen zu helfen, dass jede Person ihre eigene, echte Motivation für diesen Weg findet. Das dauert manchmal länger, ist aber auf lange Sicht viel stabiler und nachhaltiger.
Wie ich mit schwierigen Situationen im Team umgehe
Nicht jede Situation im Team verläuft harmonisch, und auch das gehört ehrlich zu diesem Thema dazu. Manchmal gibt es Missverständnisse, manchmal Frustration, wenn Ergebnisse ausbleiben, manchmal auch persönliche Spannungen zwischen unterschiedlichen Team-Mitgliedern. In solchen Momenten versuche ich, ruhig zu bleiben und das Gespräch aktiv zu suchen, statt Konflikte einfach auszusitzen.
Ein Prinzip, das mir dabei hilft: Ich trenne bewusst zwischen der Sache und der Person. Auch wenn etwas nicht wie gewünscht läuft, bleibt die Wertschätzung für den Menschen dahinter bestehen. Diese Trennung macht schwierige Gespräche für beide Seiten leichter, weil sich niemand grundsätzlich in Frage gestellt fühlt.
Warum ich regelmäßige Team-Treffen für unverzichtbar halte
Neben dem individuellen Mentoring organisiere ich regelmäßige Treffen für mein gesamtes Team, egal ob online oder persönlich. Diese Treffen erfüllen für mich einen ganz eigenen Zweck, sie schaffen ein Gefühl von Gemeinschaft, das über die einzelne Mentoring-Beziehung hinausgeht. Menschen sehen, dass sie nicht allein sind, tauschen sich untereinander aus, und motivieren sich oft gegenseitig viel stärker, als ich das allein je könnte.
Wie ich mit dem eigenen Anspruch an Perfektion umgehe
Am Anfang wollte ich für mein Team die perfekte Mentorin sein, mit Antworten auf alle Fragen. Mittlerweile weiß ich, dass es völlig in Ordnung ist, auch mal zu sagen “das weiß ich gerade selbst nicht, lass uns das gemeinsam rausfinden”. Diese Ehrlichkeit schafft mehr Vertrauen, als vorgetäuschte Allwissenheit es je könnte.
Wie sich gutes Mentoring auf das ganze Team auswirkt
Ein Effekt, den ich erst mit der Zeit richtig wahrgenommen habe: Menschen, die selbst gutes Mentoring erfahren, geben diese Art der Begleitung oft ganz automatisch an ihre eigenen neuen Team- Mitglieder weiter. So entsteht mit der Zeit eine Art Mentoring-Kultur im gesamten Team, die nicht mehr allein von mir als einzelner Person abhängt, sondern sich organisch durch mehrere Ebenen zieht. Das ist für mich einer der schönsten, langfristigen Effekte von gutem Mentoring überhaupt.
Mentoring über Distanz: Was bei mir gut funktioniert
Weil viele meiner Team-Mitglieder nicht in meiner Nähe wohnen, findet ein großer Teil meines Mentorings digital statt, über Videocalls, Sprachnachrichten oder Chatgruppen. Am Anfang hab ich befürchtet, dass dadurch die persönliche Verbindung leidet, aber tatsächlich hab ich gelernt, dass gutes Mentoring weniger vom Format abhängt als von der Konsequenz und Aufmerksamkeit, die man den Menschen entgegenbringt.
Ein fester wöchentlicher Videocall, in dem jede Person kurz erzählen kann, wie es ihr gerade geht, was gut läuft und wo sie feststeckt, schafft erstaunlich viel Nähe, auch über hunderte Kilometer hinweg. Wichtig ist mir dabei, dass diese Treffen nicht nur aus Zahlen und Zielen bestehen, sondern auch Raum für persönliche Themen lassen, weil genau das den Unterschied zwischen einem reinen Arbeitsverhältnis und einer echten Teamkultur ausmacht.
Wie ich Selbstständigkeit im Team fördere, statt Abhängigkeit zu schaffen
Ein Ziel, das mir beim Mentoring besonders wichtig ist: Ich will, dass meine Team-Mitglieder mit der Zeit immer unabhängiger von mir werden, nicht abhängiger. Das bedeutet, dass ich nicht jede Frage sofort mit einer fertigen Antwort beantworte, sondern oft mit einer Gegenfrage, die die Person selbst zum Nachdenken bringt. “Was würdest du in dieser Situation versuchen?” ist oft wertvoller als eine vorgefertigte Lösung, weil die Person dabei ihre eigene Problemlösungsfähigkeit stärkt.
Auf lange Sicht entsteht so ein Team, in dem sich die Mitglieder gegenseitig unterstützen und nicht mehr ausschließlich auf mich als zentrale Ansprechperson angewiesen sind. Das macht das ganze Netzwerk stabiler und widerstandsfähiger, auch für den Fall, dass ich selbst mal weniger Zeit habe.
Ein letzter Gedanke zum Mentoring
Gutes Mentoring ist selten spektakulär. Es sind die kleinen, regelmäßigen Gesten der Aufmerksamkeit, die über die Zeit ein starkes, verlässliches Team formen, nicht die großen, einmaligen Aktionen.
Bleib präsent, bleib ehrlich, und bleib geduldig, dann entsteht daraus mit der Zeit ganz von selbst ein Team, das zusammenhält.
Wie ich mit unterschiedlichem Engagement im Team umgehe
In jedem Team gibt es Menschen, die von Anfang an mit voller Energie durchstarten, und andere, die sich langsamer, vorsichtiger herantasten. Am Anfang hab ich versucht, alle auf das gleiche Engagement-Level zu bringen, was weder fair noch realistisch war. Mittlerweile akzeptiere ich, dass jedes Team-Mitglied sein eigenes Tempo und seine eigene Definition von Erfolg hat.
Für manche bedeutet Erfolg, ein kleines, stabiles Zusatzeinkommen nebenbei zu haben, für andere ist es der Aufbau eines größeren Netzwerks. Beides ist völlig legitim, und meine Aufgabe als Mentorin ist es, jede Person auf ihrem eigenen Weg zu unterstützen, statt allen die gleichen Erwartungen überzustülpen.
Warum ich Mentoring nie als Einbahnstraße verstehe
Ein letzter Gedanke, der mir wichtig ist: Ich lerne von meinem Team mindestens genauso viel wie sie von mir. Jede neue Person bringt eigene Perspektiven, eigene Fragen und manchmal auch eigene kreative Lösungen mit, auf die ich selbst nie gekommen wäre. Mentoring auf Augenhöhe zu verstehen, statt als reines Von-oben- nach-unten-Wissen, hat meine eigene Arbeit über die Jahre spürbar bereichert.
Fazit: Menschen bleiben wegen Menschen
Ein Team hält nicht wegen des perfekten Produkts oder der besten Verkaufszahlen zusammen, sondern wegen echter, verlässlicher Beziehungen. Gutes Mentoring ist für mich das Fundament, auf dem all das aufgebaut wird.
Oh mein Gott, wenn ich sehe, wie sich Menschen in meinem Team über die Zeit entwickeln, allein durch regelmäßige Gespräche und echtes Interesse, macht mich das mehr stolz als jede einzelne Zahl. Wenn du selbst ein Team aufbaust, investiere in diese Beziehungen, sie sind es, die am Ende wirklich zählen.
P.S. Im letzten Artikel dieser kleinen Business-Reihe geht es um Storytelling, dein wichtigstes Werkzeug im Netzwerk. Schau gern in meinem Newsletter vorbei.ch genau an meine ersten Wochen im Team, unsicher, mit tausend Fragen, und mit der ständigen Angst, alles falsch zu machen. Was mir damals am meisten geholfen Mentoring: Was ein gutes Team wirklich zusammenhält
Ich erinnere mich noch genau an meine ersten Wochen im Team, unsicher, mit tausend Fragen, und mit der ständigen Angst, alles falsch zu machen. Was mir damals am meisten geholfen hat, war nicht ein perfektes Schulungsvideo oder eine App, sondern ein Mensch, der sich für mich Zeit genommen hat. Genau darum soll es in diesem Artikel gehen: Mentoring, und warum es für mich der eigentliche Kitt ist, der ein Team zusammenhält.
Wie bei den vorherigen Artikeln auch hier mein ehrlicher Hinweis: Gutes Mentoring garantiert keinen bestimmten Erfolg, weder für dich noch für die Menschen, die du begleitest. Es erhöht aber deutlich die Wahrscheinlichkeit, dass Menschen langfristig dabeibleiben und sich wohlfühlen, und genau das ist meiner Meinung nach der eigentliche Wert.
Der Pain Point: Alleingelassen fühlen im eigenen Business
Viele, die neu in ein Team einsteigen, erzählen mir von genau diesem Gefühl: viele Informationen, viele Möglichkeiten, aber niemand, der wirklich an die Hand nimmt. Das führt oft dazu, dass Menschen schon nach wenigen Wochen wieder aufgeben, nicht weil das Produkt oder das Business nicht zu ihnen gepasst hätte, sondern weil sie sich mit ihren Fragen und Unsicherheiten allein gelassen fühlten.
Was gutes Mentoring für mich bedeutet
Mentoring ist für mich weit mehr als Wissen weiterzugeben. Es bedeutet, jemandem regelmäßig zuzuhören, Fragen zu beantworten, auch die vermeintlich dummen, und ehrlich Rückmeldung zu geben, wenn etwas nicht funktioniert. Es bedeutet auch, selbst verletzlich zu sein und von eigenen Fehlern zu erzählen, statt immer nur die Erfolgsgeschichte zu präsentieren.
Die drei Säulen meines Mentoring- Ansatzes
Regelmäßigkeit statt Zufall. Ich hab mit jeder neuen Person in meinem Team feste, wiederkehrende Gesprächstermine, egal wie kurz. Das gibt beiden Seiten Struktur und zeigt: Du bist mir wichtig genug für einen festen Platz in meinem Kalender.
Fragen statt Antworten diktieren. Statt jemandem einfach zu sagen, was er tun soll, frage ich lieber, was die Person selbst denkt oder ausprobieren möchte. So entwickeln Menschen viel schneller ihre eigene Sicherheit, statt sich dauerhaft auf mich zu verlassen.
Ehrlichkeit über Beschönigung. Wenn etwas nicht gut läuft, sage ich das offen, aber wertschätzend. Ein Mentoring, das nur Positives spiegelt, hilft niemandem wirklich weiter.
WTF-Fakt zum Scrollen-Stoppen: Wusstest du, dass in vielen Studien zu Mentoring-Programmen die wichtigste Eigenschaft eines guten Mentors nicht das Fachwissen ist, sondern die Fähigkeit, wirklich zuzuhören? Das glaubt mir keiner, aber genau diese simple Fähigkeit unterschätzen die meisten von uns komplett.
Wie ich neue Team-Mitglieder in den ersten Wochen begleite
In der ersten Woche geht es bei mir vor allem darum, anzukommen, Fragen zu klären, und keinen Druck aufzubauen. In der zweiten und dritten Woche schauen wir gemeinsam, welche ersten kleinen Schritte für die jeweilige Person realistisch sind, ganz individuell, je nach Zeit und Vorerfahrung. Danach begleite ich weiter in regelmäßigen, aber weniger engmaschigen Abständen, immer mit dem Ziel, dass die Person mit der Zeit selbstständiger wird, statt dauerhaft von mir abhängig zu bleiben.
Warum ich selbst auch heute noch einen Mentor habe
Auch wenn ich mittlerweile selbst andere begleite, hab ich weiterhin jemanden, der mich unterstützt und mir Feedback gibt. Ich glaube fest daran, dass niemand irgendwann “fertig ausgelernt” ist. Diese Haltung nehme ich auch mit in mein eigenes Team, dort geht es nie darum, perfekt zu sein, sondern immer weiter dazuzulernen, gemeinsam.
Häufige Mentoring-Fehler, die ich selbst gemacht habe
Am Anfang hab ich versucht, jeder einzelnen Person in meinem Team exakt die gleiche Unterstützung zu geben, unabhängig von ihren individuellen Bedürfnissen. Das hat nicht funktioniert, weil manche Menschen viel Begleitung brauchen und andere eher selbstständig arbeiten wollen. Mittlerweile passe ich mein Mentoring viel stärker an die jeweilige Person an, statt ein starres Programm für alle durchzuziehen.
Ein zweiter Fehler war, zu schnell Lösungen anzubieten, statt der Person Raum zu geben, selbst eine Lösung zu finden. Das mag zwar schneller wirken, führt aber langfristig dazu, dass Menschen sich weniger sicher und selbstständig fühlen.
Q&A: Deine Fragen zum Thema Mentoring im Team
Wie finde ich die Zeit, mehrere Menschen gleichzeitig zu mentorn?
Priorisiere die Menschen, die aktiv Engagement zeigen, ohne dabei die anderen komplett zu vernachlässigen. Eine kurze, regelmäßige Nachricht kann manchmal schon genug Wertschätzung vermitteln, auch wenn du nicht stundenlang Zeit hast.
Was mache ich, wenn jemand in meinem Team trotz Unterstützung nicht vorankommt?
Sprich das offen und wertschätzend an. Manchmal liegt es an äußeren Lebensumständen, manchmal passt der Weg gerade einfach nicht zur aktuellen Lebensphase, und das ist völlig okay. Nicht jeder muss und wird dauerhaft dabeibleiben.
Muss ich selbst schon sehr erfolgreich sein, um andere zu mentorn?
Nein, überhaupt nicht. Oft sind es gerade die Menschen, die selbst noch relativ neu sind, die am besten verstehen, wie sich der Anfang anfühlt, und die deshalb besonders einfühlsam begleiten können.
Wie gehe ich damit um, wenn ein Mentoring-Verhältnis nicht funktioniert?
Sprich es ehrlich an und sucht gemeinsam nach einer Lösung, zum Beispiel einer anderen Ansprechperson im Team. Nicht jede Mentoring-Beziehung passt automatisch, und das ist kein persönliches Versagen.
Wie oft sollte ich mich mit meinem eigenen Mentor austauschen?
Das hängt ganz von deinen Bedürfnissen ab. Manche tauschen sich wöchentlich aus, andere monatlich. Wichtig ist, dass der Rhythmus zu deinem Alltag passt und sich nicht wie eine zusätzliche Verpflichtung anfühlt.
Wie ich unterschiedliche Mentoring- Bedürfnisse erkenne
Nicht jedes neue Team-Mitglied braucht die gleiche Art von Unterstützung, und diese Erkenntnis hat mein Mentoring grundlegend verändert. Manche Menschen kommen mit vielen Fragen und brauchen viel Struktur und Anleitung, während andere von Anfang an lieber selbstständig ausprobieren und nur bei konkreten Hürden nachfragen. Am Anfang meines eigenen Weges als Mentorin hab ich versucht, alle Menschen gleich zu begleiten, was für die einen zu viel und für die anderen zu wenig war.
Mittlerweile frage ich neue Team-Mitglieder in den ersten Gesprächen ganz offen, welche Art der Unterstützung sie sich wünschen, viel Begleitung oder eher punktuelle Hilfe bei Bedarf. Diese einfache Frage hat meine Beziehungen zu meinem Team deutlich verbessert, weil sich jeder auf seine eigene, passende Art begleitet fühlt.
Der Unterschied zwischen Motivation von außen und innerer Motivation
Ein Muster, das ich über die Jahre beobachtet habe: Menschen, die nur durch äußere Motivation, etwa durch ständiges Nachhaken meinerseits, aktiv bleiben, geben meistens irgendwann auf, sobald diese äußere Motivation wegfällt. Menschen, die dagegen aus einer echten inneren Motivation heraus handeln, bleiben auch dann dabei, wenn es mal schwieriger wird oder ich selbst weniger Zeit für intensive Begleitung habe.
Genau deshalb versuche ich in meinem Mentoring, weniger auf kurzfristigen Antrieb von außen zu setzen und stattdessen zu helfen, dass jede Person ihre eigene, echte Motivation für diesen Weg findet. Das dauert manchmal länger, ist aber auf lange Sicht viel stabiler und nachhaltiger.
Wie ich mit schwierigen Situationen im Team umgehe
Nicht jede Situation im Team verläuft harmonisch, und auch das gehört ehrlich zu diesem Thema dazu. Manchmal gibt es Missverständnisse, manchmal Frustration, wenn Ergebnisse ausbleiben, manchmal auch persönliche Spannungen zwischen unterschiedlichen Team-Mitgliedern. In solchen Momenten versuche ich, ruhig zu bleiben und das Gespräch aktiv zu suchen, statt Konflikte einfach auszusitzen.
Ein Prinzip, das mir dabei hilft: Ich trenne bewusst zwischen der Sache und der Person. Auch wenn etwas nicht wie gewünscht läuft, bleibt die Wertschätzung für den Menschen dahinter bestehen. Diese Trennung macht schwierige Gespräche für beide Seiten leichter, weil sich niemand grundsätzlich in Frage gestellt fühlt.
Warum ich regelmäßige Team-Treffen für unverzichtbar halte
Neben dem individuellen Mentoring organisiere ich regelmäßige Treffen für mein gesamtes Team, egal ob online oder persönlich. Diese Treffen erfüllen für mich einen ganz eigenen Zweck, sie schaffen ein Gefühl von Gemeinschaft, das über die einzelne Mentoring-Beziehung hinausgeht. Menschen sehen, dass sie nicht allein sind, tauschen sich untereinander aus, und motivieren sich oft gegenseitig viel stärker, als ich das allein je könnte.
Wie ich mit dem eigenen Anspruch an Perfektion umgehe
Am Anfang wollte ich für mein Team die perfekte Mentorin sein, mit Antworten auf alle Fragen. Mittlerweile weiß ich, dass es völlig in Ordnung ist, auch mal zu sagen “das weiß ich gerade selbst nicht, lass uns das gemeinsam rausfinden”. Diese Ehrlichkeit schafft mehr Vertrauen, als vorgetäuschte Allwissenheit es je könnte.
Wie sich gutes Mentoring auf das ganze Team auswirkt
Ein Effekt, den ich erst mit der Zeit richtig wahrgenommen habe: Menschen, die selbst gutes Mentoring erfahren, geben diese Art der Begleitung oft ganz automatisch an ihre eigenen neuen Team- Mitglieder weiter. So entsteht mit der Zeit eine Art Mentoring-Kultur im gesamten Team, die nicht mehr allein von mir als einzelner Person abhängt, sondern sich organisch durch mehrere Ebenen zieht. Das ist für mich einer der schönsten, langfristigen Effekte von gutem Mentoring überhaupt.
Mentoring über Distanz: Was bei mir gut funktioniert
Weil viele meiner Team-Mitglieder nicht in meiner Nähe wohnen, findet ein großer Teil meines Mentorings digital statt, über Videocalls, Sprachnachrichten oder Chatgruppen. Am Anfang hab ich befürchtet, dass dadurch die persönliche Verbindung leidet, aber tatsächlich hab ich gelernt, dass gutes Mentoring weniger vom Format abhängt als von der Konsequenz und Aufmerksamkeit, die man den Menschen entgegenbringt.
Ein fester wöchentlicher Videocall, in dem jede Person kurz erzählen kann, wie es ihr gerade geht, was gut läuft und wo sie feststeckt, schafft erstaunlich viel Nähe, auch über hunderte Kilometer hinweg. Wichtig ist mir dabei, dass diese Treffen nicht nur aus Zahlen und Zielen bestehen, sondern auch Raum für persönliche Themen lassen, weil genau das den Unterschied zwischen einem reinen Arbeitsverhältnis und einer echten Teamkultur ausmacht.
Wie ich Selbstständigkeit im Team fördere, statt Abhängigkeit zu schaffen
Ein Ziel, das mir beim Mentoring besonders wichtig ist: Ich will, dass meine Team-Mitglieder mit der Zeit immer unabhängiger von mir werden, nicht abhängiger. Das bedeutet, dass ich nicht jede Frage sofort mit einer fertigen Antwort beantworte, sondern oft mit einer Gegenfrage, die die Person selbst zum Nachdenken bringt. “Was würdest du in dieser Situation versuchen?” ist oft wertvoller als eine vorgefertigte Lösung, weil die Person dabei ihre eigene Problemlösungsfähigkeit stärkt.
Auf lange Sicht entsteht so ein Team, in dem sich die Mitglieder gegenseitig unterstützen und nicht mehr ausschließlich auf mich als zentrale Ansprechperson angewiesen sind. Das macht das ganze Netzwerk stabiler und widerstandsfähiger, auch für den Fall, dass ich selbst mal weniger Zeit habe.
Ein letzter Gedanke zum Mentoring
Gutes Mentoring ist selten spektakulär. Es sind die kleinen, regelmäßigen Gesten der Aufmerksamkeit, die über die Zeit ein starkes, verlässliches Team formen, nicht die großen, einmaligen Aktionen.
Bleib präsent, bleib ehrlich, und bleib geduldig, dann entsteht daraus mit der Zeit ganz von selbst ein Team, das zusammenhält.
Wie ich mit unterschiedlichem Engagement im Team umgehe
In jedem Team gibt es Menschen, die von Anfang an mit voller Energie durchstarten, und andere, die sich langsamer, vorsichtiger herantasten. Am Anfang hab ich versucht, alle auf das gleiche Engagement-Level zu bringen, was weder fair noch realistisch war. Mittlerweile akzeptiere ich, dass jedes Team-Mitglied sein eigenes Tempo und seine eigene Definition von Erfolg hat.
Für manche bedeutet Erfolg, ein kleines, stabiles Zusatzeinkommen nebenbei zu haben, für andere ist es der Aufbau eines größeren Netzwerks. Beides ist völlig legitim, und meine Aufgabe als Mentorin ist es, jede Person auf ihrem eigenen Weg zu unterstützen, statt allen die gleichen Erwartungen überzustülpen.
Warum ich Mentoring nie als Einbahnstraße verstehe
Ein letzter Gedanke, der mir wichtig ist: Ich lerne von meinem Team mindestens genauso viel wie sie von mir. Jede neue Person bringt eigene Perspektiven, eigene Fragen und manchmal auch eigene kreative Lösungen mit, auf die ich selbst nie gekommen wäre. Mentoring auf Augenhöhe zu verstehen, statt als reines Von-oben- nach-unten-Wissen, hat meine eigene Arbeit über die Jahre spürbar bereichert.
Fazit: Menschen bleiben wegen Menschen
Ein Team hält nicht wegen des perfekten Produkts oder der besten Verkaufszahlen zusammen, sondern wegen echter, verlässlicher Beziehungen. Gutes Mentoring ist für mich das Fundament, auf dem all das aufgebaut wird.
Oh mein Gott, wenn ich sehe, wie sich Menschen in meinem Team über die Zeit entwickeln, allein durch regelmäßige Gespräche und echtes Interesse, macht mich das mehr stolz als jede einzelne Zahl. Wenn du selbst ein Team aufbaust, investiere in diese Beziehungen, sie sind es, die am Ende wirklich zählen.
P.S. Im letzten Artikel dieser kleinen Business-Reihe geht es um Storytelling, dein wichtigstes Werkzeug im Netzwerk. Schau gern in meinem Newsletter vorbei.hat, war nicht ein perfektes Schulungsvideo oder eine App, sondern ein Mensch, der sich für mich Zeit genommen hat. Genau darum soll es in diesem Artikel gehen: Mentoring, und warum es für mich der eigentliche Kitt ist, der ein Team zusammenhält.
Wie bei den vorherigen Artikeln auch hier mein ehrlicher Hinweis: Gutes Mentoring garantiert keinen bestimmten Erfolg, weder für dich noch für die Menschen, die du begleitest. Es erhöht aber deutlich die Wahrscheinlichkeit, dass Menschen langfristig dabeibleiben und sich wohlfühlen, und genau das ist meiner Meinung nach der eigentliche Wert.
Der Pain Point: Alleingelassen fühlen im eigenen Business
Viele, die neu in ein Team einsteigen, erzählen mir von genau diesem Gefühl: viele Informationen, viele Möglichkeiten, aber niemand, der wirklich an die Hand nimmt. Das führt oft dazu, dass Menschen schon nach wenigen Wochen wieder aufgeben, nicht weil das Produkt oder das Business nicht zu ihnen gepasst hätte, sondern weil sie sich mit ihren Fragen und Unsicherheiten allein gelassen fühlten.
Was gutes Mentoring für mich bedeutet
Mentoring ist für mich weit mehr als Wissen weiterzugeben. Es bedeutet, jemandem regelmäßig zuzuhören, Fragen zu beantworten, auch die vermeintlich dummen, und ehrlich Rückmeldung zu geben, wenn etwas nicht funktioniert. Es bedeutet auch, selbst verletzlich zu sein und von eigenen Fehlern zu erzählen, statt immer nur die Erfolgsgeschichte zu präsentieren.
Die drei Säulen meines Mentoring- Ansatzes
Regelmäßigkeit statt Zufall. Ich hab mit jeder neuen Person in meinem Team feste, wiederkehrende Gesprächstermine, egal wie kurz. Das gibt beiden Seiten Struktur und zeigt: Du bist mir wichtig genug für einen festen Platz in meinem Kalender.
Fragen statt Antworten diktieren. Statt jemandem einfach zu sagen, was er tun soll, frage ich lieber, was die Person selbst denkt oder ausprobieren möchte. So entwickeln Menschen viel schneller ihre eigene Sicherheit, statt sich dauerhaft auf mich zu verlassen.
Ehrlichkeit über Beschönigung. Wenn etwas nicht gut läuft, sage ich das offen, aber wertschätzend. Ein Mentoring, das nur Positives spiegelt, hilft niemandem wirklich weiter.
WTF-Fakt zum Scrollen-Stoppen: Wusstest du, dass in vielen Studien zu Mentoring-Programmen die wichtigste Eigenschaft eines guten Mentors nicht das Fachwissen ist, sondern die Fähigkeit, wirklich zuzuhören? Das glaubt mir keiner, aber genau diese simple Fähigkeit unterschätzen die meisten von uns komplett.
Wie ich neue Team-Mitglieder in den ersten Wochen begleite
In der ersten Woche geht es bei mir vor allem darum, anzukommen, Fragen zu klären, und keinen Druck aufzubauen. In der zweiten und dritten Woche schauen wir gemeinsam, welche ersten kleinen Schritte für die jeweilige Person realistisch sind, ganz individuell, je nach Zeit und Vorerfahrung. Danach begleite ich weiter in regelmäßigen, aber weniger engmaschigen Abständen, immer mit dem Ziel, dass die Person mit der Zeit selbstständiger wird, statt dauerhaft von mir abhängig zu bleiben.
Warum ich selbst auch heute noch einen Mentor habe
Auch wenn ich mittlerweile selbst andere begleite, hab ich weiterhin jemanden, der mich unterstützt und mir Feedback gibt. Ich glaube fest daran, dass niemand irgendwann “fertig ausgelernt” ist. Diese Haltung nehme ich auch mit in mein eigenes Team, dort geht es nie darum, perfekt zu sein, sondern immer weiter dazuzulernen, gemeinsam.
Häufige Mentoring-Fehler, die ich selbst gemacht habe
Am Anfang hab ich versucht, jeder einzelnen Person in meinem Team exakt die gleiche Unterstützung zu geben, unabhängig von ihren individuellen Bedürfnissen. Das hat nicht funktioniert, weil manche Menschen viel Begleitung brauchen und andere eher selbstständig arbeiten wollen. Mittlerweile passe ich mein Mentoring viel stärker an die jeweilige Person an, statt ein starres Programm für alle durchzuziehen.
Ein zweiter Fehler war, zu schnell Lösungen anzubieten, statt der Person Raum zu geben, selbst eine Lösung zu finden. Das mag zwar schneller wirken, führt aber langfristig dazu, dass Menschen sich weniger sicher und selbstständig fühlen.
Q&A: Deine Fragen zum Thema Mentoring im Team
Wie finde ich die Zeit, mehrere Menschen gleichzeitig zu mentorn?
Priorisiere die Menschen, die aktiv Engagement zeigen, ohne dabei die anderen komplett zu vernachlässigen. Eine kurze, regelmäßige Nachricht kann manchmal schon genug Wertschätzung vermitteln, auch wenn du nicht stundenlang Zeit hast.
Was mache ich, wenn jemand in meinem Team trotz Unterstützung nicht vorankommt?
Sprich das offen und wertschätzend an. Manchmal liegt es an äußeren Lebensumständen, manchmal passt der Weg gerade einfach nicht zur aktuellen Lebensphase, und das ist völlig okay. Nicht jeder muss und wird dauerhaft dabeibleiben.
Muss ich selbst schon sehr erfolgreich sein, um andere zu mentorn?
Nein, überhaupt nicht. Oft sind es gerade die Menschen, die selbst noch relativ neu sind, die am besten verstehen, wie sich der Anfang anfühlt, und die deshalb besonders einfühlsam begleiten können.
Wie gehe ich damit um, wenn ein Mentoring-Verhältnis nicht funktioniert?
Sprich es ehrlich an und sucht gemeinsam nach einer Lösung, zum Beispiel einer anderen Ansprechperson im Team. Nicht jede Mentoring-Beziehung passt automatisch, und das ist kein persönliches Versagen.
Wie oft sollte ich mich mit meinem eigenen Mentor austauschen?
Das hängt ganz von deinen Bedürfnissen ab. Manche tauschen sich wöchentlich aus, andere monatlich. Wichtig ist, dass der Rhythmus zu deinem Alltag passt und sich nicht wie eine zusätzliche Verpflichtung anfühlt.
Wie ich unterschiedliche Mentoring- Bedürfnisse erkenne
Nicht jedes neue Team-Mitglied braucht die gleiche Art von Unterstützung, und diese Erkenntnis hat mein Mentoring grundlegend verändert. Manche Menschen kommen mit vielen Fragen und brauchen viel Struktur und Anleitung, während andere von Anfang an lieber selbstständig ausprobieren und nur bei konkreten Hürden nachfragen. Am Anfang meines eigenen Weges als Mentorin hab ich versucht, alle Menschen gleich zu begleiten, was für die einen zu viel und für die anderen zu wenig war.
Mittlerweile frage ich neue Team-Mitglieder in den ersten Gesprächen ganz offen, welche Art der Unterstützung sie sich wünschen, viel Begleitung oder eher punktuelle Hilfe bei Bedarf. Diese einfache Frage hat meine Beziehungen zu meinem Team deutlich verbessert, weil sich jeder auf seine eigene, passende Art begleitet fühlt.
Der Unterschied zwischen Motivation von außen und innerer Motivation
Ein Muster, das ich über die Jahre beobachtet habe: Menschen, die nur durch äußere Motivation, etwa durch ständiges Nachhaken meinerseits, aktiv bleiben, geben meistens irgendwann auf, sobald diese äußere Motivation wegfällt. Menschen, die dagegen aus einer echten inneren Motivation heraus handeln, bleiben auch dann dabei, wenn es mal schwieriger wird oder ich selbst weniger Zeit für intensive Begleitung habe.
Genau deshalb versuche ich in meinem Mentoring, weniger auf kurzfristigen Antrieb von außen zu setzen und stattdessen zu helfen, dass jede Person ihre eigene, echte Motivation für diesen Weg findet. Das dauert manchmal länger, ist aber auf lange Sicht viel stabiler und nachhaltiger.
Wie ich mit schwierigen Situationen im Team umgehe
Nicht jede Situation im Team verläuft harmonisch, und auch das gehört ehrlich zu diesem Thema dazu. Manchmal gibt es Missverständnisse, manchmal Frustration, wenn Ergebnisse ausbleiben, manchmal auch persönliche Spannungen zwischen unterschiedlichen Team-Mitgliedern. In solchen Momenten versuche ich, ruhig zu bleiben und das Gespräch aktiv zu suchen, statt Konflikte einfach auszusitzen.
Ein Prinzip, das mir dabei hilft: Ich trenne bewusst zwischen der Sache und der Person. Auch wenn etwas nicht wie gewünscht läuft, bleibt die Wertschätzung für den Menschen dahinter bestehen. Diese Trennung macht schwierige Gespräche für beide Seiten leichter, weil sich niemand grundsätzlich in Frage gestellt fühlt.
Warum ich regelmäßige Team-Treffen für unverzichtbar halte
Neben dem individuellen Mentoring organisiere ich regelmäßige Treffen für mein gesamtes Team, egal ob online oder persönlich. Diese Treffen erfüllen für mich einen ganz eigenen Zweck, sie schaffen ein Gefühl von Gemeinschaft, das über die einzelne Mentoring-Beziehung hinausgeht. Menschen sehen, dass sie nicht allein sind, tauschen sich untereinander aus, und motivieren sich oft gegenseitig viel stärker, als ich das allein je könnte.
Wie ich mit dem eigenen Anspruch an Perfektion umgehe
Am Anfang wollte ich für mein Team die perfekte Mentorin sein, mit Antworten auf alle Fragen. Mittlerweile weiß ich, dass es völlig in Ordnung ist, auch mal zu sagen “das weiß ich gerade selbst nicht, lass uns das gemeinsam rausfinden”. Diese Ehrlichkeit schafft mehr Vertrauen, als vorgetäuschte Allwissenheit es je könnte.
Wie sich gutes Mentoring auf das ganze Team auswirkt
Ein Effekt, den ich erst mit der Zeit richtig wahrgenommen habe: Menschen, die selbst gutes Mentoring erfahren, geben diese Art der Begleitung oft ganz automatisch an ihre eigenen neuen Team- Mitglieder weiter. So entsteht mit der Zeit eine Art Mentoring-Kultur im gesamten Team, die nicht mehr allein von mir als einzelner Person abhängt, sondern sich organisch durch mehrere Ebenen zieht. Das ist für mich einer der schönsten, langfristigen Effekte von gutem Mentoring überhaupt.
Mentoring über Distanz: Was bei mir gut funktioniert
Weil viele meiner Team-Mitglieder nicht in meiner Nähe wohnen, findet ein großer Teil meines Mentorings digital statt, über Videocalls, Sprachnachrichten oder Chatgruppen. Am Anfang hab ich befürchtet, dass dadurch die persönliche Verbindung leidet, aber tatsächlich hab ich gelernt, dass gutes Mentoring weniger vom Format abhängt als von der Konsequenz und Aufmerksamkeit, die man den Menschen entgegenbringt.
Ein fester wöchentlicher Videocall, in dem jede Person kurz erzählen kann, wie es ihr gerade geht, was gut läuft und wo sie feststeckt, schafft erstaunlich viel Nähe, auch über hunderte Kilometer hinweg. Wichtig ist mir dabei, dass diese Treffen nicht nur aus Zahlen und Zielen bestehen, sondern auch Raum für persönliche Themen lassen, weil genau das den Unterschied zwischen einem reinen Arbeitsverhältnis und einer echten Teamkultur ausmacht.
Wie ich Selbstständigkeit im Team fördere, statt Abhängigkeit zu schaffen
Ein Ziel, das mir beim Mentoring besonders wichtig ist: Ich will, dass meine Team-Mitglieder mit der Zeit immer unabhängiger von mir werden, nicht abhängiger. Das bedeutet, dass ich nicht jede Frage sofort mit einer fertigen Antwort beantworte, sondern oft mit einer Gegenfrage, die die Person selbst zum Nachdenken bringt. “Was würdest du in dieser Situation versuchen?” ist oft wertvoller als eine vorgefertigte Lösung, weil die Person dabei ihre eigene Problemlösungsfähigkeit stärkt.
Auf lange Sicht entsteht so ein Team, in dem sich die Mitglieder gegenseitig unterstützen und nicht mehr ausschließlich auf mich als zentrale Ansprechperson angewiesen sind. Das macht das ganze Netzwerk stabiler und widerstandsfähiger, auch für den Fall, dass ich selbst mal weniger Zeit habe.
Ein letzter Gedanke zum Mentoring
Gutes Mentoring ist selten spektakulär. Es sind die kleinen, regelmäßigen Gesten der Aufmerksamkeit, die über die Zeit ein starkes, verlässliches Team formen, nicht die großen, einmaligen Aktionen.
Bleib präsent, bleib ehrlich, und bleib geduldig, dann entsteht daraus mit der Zeit ganz von selbst ein Team, das zusammenhält.
Wie ich mit unterschiedlichem Engagement im Team umgehe
In jedem Team gibt es Menschen, die von Anfang an mit voller Energie durchstarten, und andere, die sich langsamer, vorsichtiger herantasten. Am Anfang hab ich versucht, alle auf das gleiche Engagement-Level zu bringen, was weder fair noch realistisch war. Mittlerweile akzeptiere ich, dass jedes Team-Mitglied sein eigenes Tempo und seine eigene Definition von Erfolg hat.
Für manche bedeutet Erfolg, ein kleines, stabiles Zusatzeinkommen nebenbei zu haben, für andere ist es der Aufbau eines größeren Netzwerks. Beides ist völlig legitim, und meine Aufgabe als Mentorin ist es, jede Person auf ihrem eigenen Weg zu unterstützen, statt allen die gleichen Erwartungen überzustülpen.
Warum ich Mentoring nie als Einbahnstraße verstehe
Ein letzter Gedanke, der mir wichtig ist: Ich lerne von meinem Team mindestens genauso viel wie sie von mir. Jede neue Person bringt eigene Perspektiven, eigene Fragen und manchmal auch eigene kreative Lösungen mit, auf die ich selbst nie gekommen wäre. Mentoring auf Augenhöhe zu verstehen, statt als reines Von-oben- nach-unten-Wissen, hat meine eigene Arbeit über die Jahre spürbar bereichert.
Fazit: Menschen bleiben wegen Menschen
Ein Team hält nicht wegen des perfekten Produkts oder der besten Verkaufszahlen zusammen, sondern wegen echter, verlässlicher Beziehungen. Gutes Mentoring ist für mich das Fundament, auf dem all das aufgebaut wird.
Oh mein Gott, wenn ich sehe, wie sich Menschen in meinem Team über die Zeit entwickeln, allein durch regelmäßige Gespräche und echtes Interesse, macht mich das mehr stolz als jede einzelne Zahl. Wenn du selbst ein Team aufbaust, investiere in diese Beziehungen, sie sind es, die am Ende wirklich zählen.
P.S. Im letzten Artikel dieser kleinen Business-Reihe geht es um Storytelling, dein wichtigstes Werkzeug im Netzwerk. Schau gern in meinem Newsletter vorbei.
